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 schwarz-weißgesäumte Strasser

Dieser schöne Farbenschlag läßt an Erscheinung, markanter Zeichnung und vor allem Fruchtbarkeit nichts zu wünschen übrig. Wenn auch seine Zucht mehr Enttäuschung als Freude bringt, so wird er doch von seinen Freunden mit großer Leidenschaft und Ausdauer gezüchtet. Um drei ausstellungsfähige Tiere zu haben müssen mindestens zehn Jungtiere gezüchtete werden. Die Form-, Farb- und Zeichnungsvarianten sind gravierend. Eine 100% Buchführung ist hier unerläßlich und doch fällt man in jedem Jahr von einem Extrem ins andere.

 Hier sind Züchter bei der Arbeit, die nicht nur die Vielfältigkeit lieben und nicht nur große Kenntnisse besitzen, es sind besonders sehr große Idealisten. Zu den Idealisten zählen natürlich auch die Züchter der anderen seltenen Farben.

Der schwarz-weißgesäumte Strasser ist eine Taube, die sich am schwersten züchten läßt.Bei diesem Farbenschlag ist auf die Form, die Grundfarbe, Flügelzeichnung, Bindenführung, Rückenfarbe, Schwingenzeichnung, Bauchfarbe und Augenreinheit zu achten. Der größte Wert ist aber auf die Säumung und Binden zu legen, sie muß auf beiden Seiten gleich sein und sich dabei wie ein Spiegelbild zeigen.

Aus diesem Grund gehört ein leidenschaftlicher Züchter dazu, ein Idealtier zu ziehen. Trotz der Schwierigkeiten finden die Schwarzgesäumten immer mehr Liebhaber, waren es vor Jahren nur eine Handvoll  Züchter, so hat sich der Kreis bis heute verdoppelt. Manch ein Züchter hat natürlich die Flinte wieder ins Korn geworfen.

Die Tierzahlen auf den Hauptsonderschauen sind ein deutlicher Beweis für die Beliebtheit. Die Qualität hat sich in den letzten 10 Jahre in der gesamten Breite enorm verbessert, dieses war auf der HSS in Lichtenfels 1998 verdeutlicht. Großen Gefallen haben auch Zuchtfreude aus Österreich und Dänemark an den Gesäumten gefunden.

 Ein sportlicher Geist und nicht das wirtschaftliche Denken ist bei den Seltenenzüchtern vorherrschend. Mit Gelassenheit wird die Bewertung  und Benotung hingenommen, auch wenn sie anders als erwartet ausfällt. Kritik ist maßgebend, sie wird gelesen und dann sachlich über das Für und wider diskutiert. Dieses ist richtungsweisend und motivierend für den Züchter und Preisrichter.

 Der Preisrichter ist um seine Bewertungsaufgabe nicht zu beneiden, er muß  sehr viel Fingerspitzengefühl und Verständnis für diesen Farbenschlag haben. Jeder gesäumte Strasser ist anders in seiner Art.

 Um die Formen der Lackfarben, zumindest in der Federstruktur zu erreichen, sind sicherlich noch 15-20 Jahre erforderlich. In der Hand ist der Schwarzweißgesäumte  massiger, als mancher blauer Strasser, jedoch durch die feste Feder wirkt er schmächtiger.

 Bei der Beurteilung der Jungtiere sind die Züchter der gesäumten Strasser stark im Nachteil, viele Tiere müssen erst alle durch die Mauser, da sie sich ständig in der Farbe verändern. Eine Selektion ist daher frühzeitig nicht möglich. Der einfarbige Strasser ist bereits im Nest, aber spätestens nach dem Ausfliegen zu beurteilen.

Nun zur Zeichnung der schwarzweißgesäumten Strasser:

                                                                                                           

Wie die Bezeichnung schwarzweißgesäumt sagt, soll die Grundfarbe schwarz sein. Des öfteren sehen wir aber noch Tiere mit bläulichem Ton, was aus den Kreuzungen mit  blaugehämmert oder blauweißbindigen Strassern resultiert, auch der blauschimmel Mondain hat Pate gestanden. Diese Tiere haben typische Formen, sie sind aber nicht für den Schaukäfig geeignet. Trotzdem sind sie für die Zucht brauchbar. Die Farbe kann nur über den schwarzen Strasser wieder verbessert werden. Das beste Tier ist hierzu gerade gut genug. Die Zeichnung zeigt sich auf dem Flügelschild und Rücken. Auf dem Flügelschild sollte sie auf beiden Seiten gleichmäßig sein._

Schwarzweißgesäumt ist ein Strasser, wenn jede Feder schwarz umsäumt ist. Die Mitte muß jedoch weiß bleiben, Schaft und Grund aber farbig sein.

Ideal ist die Schuppung der Luchstauben. Teilweise sind wir ihnen sehr nahe, denn auch die Strasser hatten vormals diese Bezeichnung.

 

Es gibt zur Zeit noch drei Varianten: der Dunkle mit dem großen farbigen Fleck, der etwas aufgehellte, welcher einer Dreieckzeichnung ähnelt und die mit der feinen Säumung. Das weiße und farbige Feld muß aber klar und abgegrenzt sein und die

Binden sauber gezeichnet. Es ist nicht leicht, die Grenzen zwischen einem mittelfarbigen und hell-gesäumten Strasser zu ziehen. Für die Zucht sind sie aber alle wichtig. Nur die, die reichlich weiß bringen sollte man meiden. Hier sind weißer Rücken und weiße Schwinge vorprogrammiert und dieses ist tödlich. Die Erfahrung lehrt uns, daß die Säumung sich nach jeder Mauser verändert. Entweder wir sie dunkler oder heller. Dieses gilt vor allem für Jungtiere. Sind bei einem Jungtier schon die ersten Federn ge-

säumt und mit einem rötlichen Saum versehen, sind diese Tiere nach der Mauser mit Sicherheit zu hell und haben einen weißen Rücken. Die beste Nachzucht ist die,

welche dunkles Flügelschild und einen dunklen Rücken aufweist, jedoch eine leichte Säumung zeigt, in dem die Federn an den Kielen aufgehellt sind und Bindenansätze bringen. Es ist deshalb schon erforderlich alle Jungtiere bis zur Mauser fliegen zu lassen. Natürlich ist dieses ein großer Kostenfaktor. Jungtiere mit groben Zeichnungs- und Farbfehlern sollen dagegen sofort ausgemerzt werden.

Die Schwingen und Schwanzfedern passen sich dem Flügelschild an. Ideal wären Spiegelschwingen und Schwanzfedern. Die meisten Tiere zeigen mehr oder weniger stark melierte bzw. dunkle Federn, sehr häufig auch ganz farbige. Diese farbigen Federn sind eine Farbstoffreserve. Zwar wird die Farbharmonie dadurch etwas gestört, sie ist aber nicht fehlerhaft. Tiere mit total weiße Schwingen müssen gestraft werden, außerdem sind solche für die Zucht nicht geeignet, da dieses Übel sehr stark vererbbar ist.

 Es ist eine Eigenart, bei der Schwingenzeichnung in dieser unterschiedlichen Art. Für den Ausstellungskäfig muß jede Schwinge mit Farbstoff durchsetzt sein. Ausreichend ist noch Farbe im Schaft oder im Abschluß der Fahne. Für die Schwanzfeder gilt gleiches Recht.

Der Kopf der Schwarzweißgesäumten ist immer noch ein großes Problem, es fehlt bei vielen die Rundung, die Gesichter erscheinen lang und spitz, auch die Schnäbel könnten kürzer sein. Diese Tiere nehmen einem sonst prima gesäumten und förmlich gutem Tier die Eleganz. Schwarz-weißgesäumte Strasser mit runde und volle zu den Figuren passende Köpfe sind vorhanden und zwar im Verhältnis 60:40. Der Preisrichter sollte immer noch Gnade vor Recht walten lassen, aber nicht ohne den Hinweis. Weiterentwicklungen sind erkennbar.

Die Kopfzeichnung und Farbe macht nicht mehr Schwierigkeiten als bei den anderen Farben. Der große Latz, immer ein Privileg der Gesäumten, gehört der Vergangenheit an. Durch Zuchtauswahl wurde diese Eigenschaft genommen. Die Kopffarbe soll dunkel sein, der Gefiederfarbe angepaßt, nicht zu bläulich aber auch nicht zu stark Violett.

Strasser mit einer dunklen und verwaschenen Säumung, sowie sehr große Tiere zeigen manchmal diese große Lätze , zur Zucht sind sie teilweise nur verwertbar, am besten aber für den Topf.

Stark zu beobachten ist aber ein Zeichnungsfehler an der Brust, am Bauch und Schenkel.  Bei den Lackfarben zeigt es sich deutlich, sie sind auch überwiegend putzbar. Beim Schwarzweißgesäumten ist eine leichte Schuppung angedeutet und zwar an der Federspitze und verteilt sich übers ganze Feld. Ein Putzen ist teilweise nicht möglich und entwertet somit das Tier.

Die Augen, waren diese vor Jahren noch Problemkind Nr. 1, so ist hier Großes geleistet worden. Gebrochene oder gestrichelte Augen waren beim schwarzweißgesäumten  Strasser  eine Selbstverständlichkeit. Gerade bei großen Tieren und viel Kopfzeichnung, sowie markant gesäumten und Augen mit viel Farbstoff war es extrem. Heute haben Tiere mit unsauberen Augen keine Chance mehr und können kein SG, trotz feiner Form mehr bekommen.

Verwunderlich ist nur, daß nach jeder Mauser, da die Schuppung heller wird auch die Augen sauberer geworden sind. Hier muß eine genetische Verbindung in der Beziehung zur Säumung des Gefieders bestehen.

Alttiere mit Augenfehlern gibt es nur noch ganz wenige, zumindest sollten sie nicht im Schaukäfig stehen. Kleine und nur sehr feine Strichel bei Jungtiere können noch toleriert werden, wobei die sauberen aber den Vorzug erhalten.

Zudem ist die Säumung auch klarer, abgegrenzter und gleichmäßiger geworden.

Wie diese Fehler zu bekämpfen sind, ist leider noch nicht erforscht. Wir müssen weiterhin mit diesem Übel leben, züchten und versuchen es zu verbessern.

Die Verbesserung der Formen ist das erklärte Ziel, durch Züchterfleiß und Ausdauer sowie dem Idealismus der Seltenenzüchter wird es erreichbar sein.

 Ich sehe für den schwarzweißgesäumten Strasser in seiner Vielfältigkeit und Farbenpracht eine erfreuliche Zukunft und wünsche mir, daß noch viele Zuchtfreunde gefallen an diesem aparten, aber schwierigen Farbenschlag finden.

 

Hermann Bormann

Hermann@Bormann.net

Info`s: Zfr. H. Bormann : 1. Vorsitzender des GZV-Hoya (1984 - 1994) ~ Vereinszuchtwart (1981 - 1994) ~ 2. Vorsitzender im Kreisverband Hoya/Diepholz (bis 1986) ~ Kreisverbandszuchtwart im KV Nienburg (seit 1986) ~ 2. Vorsitzender der Preisrichtervereinigung Bremen (seit 1978) ~ Bezirkszuchtwart SV Strasser & Dtsch. Modenesertauben (seit 1965) ~ Zuchtbuchobmann im Landesverband Hannover (seit 1988) ~ Träger der Silbernen & Goldenen Ehrennadel des BDRG sowie träger der Goldenen Feder des LV Hannover und Meister der deutschen Taubenzucht

 

 

 

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